Auch Regionen werden geteilt, damit jeder seinen eigene Flecken Erde hat, denn hier sind wir zuhause, hier können wir sein. Es gibt eine Menge Gründe, Einteilungen vorzunehmen und auch eine Menge Möglichkeiten dazu.
Schritt 1: Keine Macht der Zentrale!
So ist es vernünftig, kleinere Einheiten mit gemeinsamen Interessen und Gegebenheiten zu schaffen, also z. B. die Gemeinden. In diesen kleineren Einheiten können die lokalen Bedürfnisse und Probleme leicht erkannt und gezielt bearbeitet und gelöst werden. Das feine Wort „Subsidiarität“ lebe hoch! Unser besonderer Favorit ist die Gemeinde Waidbruck mit echten 183 Einwohnern (99 Männer, 84 Frauen – Stand 31.12.2008), einem Bürgermeister, 15 Gemeinderäten, dazu einer Baukommission mit 6 Mitgliedern (und 6 Ersatzmitgliedern), einer Friedhofsverwaltung, einem Bibliotheksrat und einer Kommission für das Gastgewerbe. Glücklicherweise finden manche Einwohner genügend Zeit sich in mehreren Bereichen zu engagieren, sonst wäre es schwierig, alle diese wichtigen Verwaltungspositionen zu besetzen.
Schritt 2: Zusammen sind wir stark!
Gemeinden sind gut und nett (deshalb hat das kleine Südtirol auch gleich 116 davon), aber Einteilen lässt sich noch viel mehr. In Bezirks-gemeinschaften etwa. Das sind Zusammenschlüsse einzelner Gemeinden zu übergreifenden Organisationen. Diese haben die unzweifelhaft sinnvolle Aufgabe, Gemeinsames anzugehen, Gemeinsames zu Verwalten und gemeinsam den Müll zu entsorgen. Warum es nicht einfach weniger und dafür größere Gemeinden gibt, ist eine interessante Frage, deren Beantwortung ernsthaft niemand erwartet oder wünscht. Zum Beispiel Gemeinden, deren Abmessungen sich an den natürlichen Grenzen der Täler orientieren? (Oder sind die Bedürfnisse der Bewohner von St. Pankraz so unterschiedlich von jenen in der Gemeinde Ulten? Sind die winterlichen Straßen in St. Leonhard in Passeier so viel schwieriger zu räumen als jene in St. Martin in Passeier? )
Schritt 3: Gute Luft in den Bergen!
Dann gibt es noch das besonders interessante Thema Tourismus! Besonders interessant, da für Südtirol ein enorm wichtiger Wirtschaftszweig. Auch der Tourismus will geographisch ein- und zerteilt werden um dem Gast das vielfältige Bild Südtirols auch möglichst vielfältig bieten zu können. Daher gibt es 83 eifrig um den Gast bemühte Tourismusvereine. Auch Tourismusvereine sind nicht immer nur Einzelkämpfer, sondern suchen manchmal auch die kuschelige Nähe der Nachbarvereine um gemeinsam den Gast zu umwerben. Deshalb gibt es zusätzlich noch 11 Tourismusverbände. Nach welcher Logik die einzelnen Vereine zu den übergeordneten Verbänden gehören, erschließt sich in manchen Fällen nur dem kundigen Touristiker. Dem Einheimischen kann es egal sein und der Gast, der auf der Suche nach Bademöglichkeit und Kalterer See Auslese ein Hotel im Verbandsgebiet „Südtirols Süden“ gebucht hat und bei der Anreise feststellt, dass er sich beim Jägerwirt im wunderschönen Durnholz befindet, kann glücklich sein, denn klareres Wasser und bessere Luft hätte er im Überetsch auch nicht gefunden.
Schritt 4: Die Lösung!
Wie man sehen kann, macht es anscheinend großen Spaß, Südtirol zu zerteilen und die Geo Marketing möchte diesbezüglich nicht einfach passiv zusehen. Nein, auch wir möchten hier tätig sein und unseren Beitrag leisten. Natürlich mit Vor- und Rücksicht auf lokalen Stolz, tiefe Täler und trennende Berge. Es sollen nicht zu viele Einzelteile werden, sonst wird es schnell unübersichtlich, aber auch keinesfalls zu wenige, schließlich wollen wir die Kirche im Dorf lassen und den guten St. Magdalener nicht mit Eisacktaler Müller Thurgau oder Vinschger Riesling panschen.
Gesagt, getan, und schon haben wir eine weitere Einteilung nach mehr oder weniger sinnvollen Kriterien, wobei wir selbst natürlich unsere Einteilung für recht praktisch halten und gleichzeitig hoffen, niemandes Empfindlichkeit zu verletzen. Trotzdem wird uns manchmal mulmig beim Gedanken zu wagen, woran vor uns so viele gescheitert sind. Wir präsentieren also hier unsere eigene Einteilung Südtirols, nicht weil wir unser ohnehin bereits kleines Land nicht in seiner Gesamtheit schätzen und lieben, sondern weil wir uns dem Diktat der Datenbanken, Ein- und Zuteilungen, Listendarstellungen u.s.w. beugen.
Die Welt ist eine Liste und wir machen die Auswahlkriterien!






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