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Kontrastreiche Symbiose

Gigantische Wolkenkratzer, filigrane Glaspaläste, monolithische Kuben. Architektonische Meisterwerke in einer von Menschenhand geformten Umgebung. Keine natürlichen Unregelmäßigkeiten, keine Hindernisse, die nicht mit Abbruchgeräten aus dem Weg geräumt werden könnten, keine Grenzen.

Architektur ist urban. Zumindest war sie das bis vor einigen Jahrzehnten. Das extraurbane Umfeld war meist nicht reizvoll für auffallende, moderne Bauten. Außerdem fand die dort wohnende Bevölkerung den visuellen Kontrast zwischen alter und neuer Bauweise eher abstoßend als inspirierend.  Zwar gab es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts sporadische Anläufe städtische Architektur in ein alpines Umfeld zu bringen, doch es blieb bei Ausnahmen.

Heute ist der nichtstädtische Raum und ganz besonders der alpine Raum zum herausfordernden, spannenden und überaus beliebten Standort für architektonische Höchstleistungen geworden. Kompromisslose Baukunst trifft auf schroffe Felslandschaft. Ein starker Kontrast, der die Kreativität beflügelt und zu einer immer ausgereifteren Symbiose von natürlicher und künstlicher Form führt.

Auf die vielbeachtete erste Ausgabe der “alpitecture” in Südtirol, der Kommunikationsplattform über die Architektur in den Alpen, folgte “konstruktiv”, die Ausschreibung des Architekturpreises für nachhaltiges Bauen in Liechtenstein. Am 15. Mai ist im Kunsthaus Meran die Wanderausstellung  “Wohn Raum Alpen” angelaufen. Drei Veranstaltungen, ein Thema. Aktuelle Architektur im Alpenraum.

Modernste Baumaterialien verbinden sich mit seit Jahrhunderten benutzten natürlichen Baustoffen aus der nächsten Umgebung. Kontrastreich und doch harmonisch in der Form. Energieversorgung aus der Natur. Menschennah, naturnah, individuell, klimaneutral und nachhaltig. Architektur in Synergie mit der Umwelt. Antagonismen gab es in dieser Hinsicht schon zu viele. “Ecotecture”, wie es der Südtiroler Architekt Matteo Thun so treffend nennt, sollte nun die Richtung vorgeben.

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