sentres fanpage

artikel archiv

Kopflos oder helmlos

Und wieder ist eine da! Ich spreche von der neuen “Verkehrs-Gesetzes-Straßen-Bürger-Ordnung”, welche vorsieht, in Zukunft auch den Radfahrern eine Helmpflicht aufzuzwingen. Ein allgemeiner Aufschrei geht durchs Land, überall wird diskutiert über Nutzen und Zweck.

Ich glaubte, das Phänomen der Helmpflicht nur in Australien anzutreffen. Als ich gestern aber die Zeitung aufschlug und die Nachrichten verfolgte, wurde ich eines Besseren belehrt und vernahm mit Wut und Enttäuschung, dass wir Bürger in unserer persönlichen Freiheit wieder ein Stück eingeschränkt werden könnten.

Jedoch mache ich mir meine Überlegungen und frage mich, wieso eigentlich viele Menschen das Rad bzw. seit einigen Jahren auch das Elektrorad (Pedelec) benutzen? Die Antworten sind: es ist gesund, es belastet nicht die Umwelt und ist somit nachhaltig, man ist schneller im Stadtverkehr unterwegs, man kann in der Altstadt fahren, man braucht keinen Parkplatz zu suchen und keinen Helm zu tragen. Ergo sum: man ist frei und Radfahren hat so gesehen nur Vorteile.

In einer Zeit, in welcher der Begriff der Nachhaltigkeit in allen Bereichen sehr große Bedeutung hat, wäre es angebracht, das Radfahren zu unterstützen und nicht mit Gesetztesentwürfen zu belasten. So stark zu belasten, dass der Einzelne das Rad in den Keller stellt und sich ein Mofa oder Motorrad kauft, weil man so oder so einen Helm tragen muss. Der Teufelskreis geht weiter: viele Menschen halten sich einigermaßen damit fit, indem sie mit dem Rad zur Arbeit fahren. Geht das Gesetz durch, werden viele von ihnen das Auto vorziehen, als mit Helm auf dem Kopf auf einem Fahrrad zu sitzen. Sind viele Autos und Motorräder unterwegs wird die Luft mit mehr Abgasen belastet, wird die Gesundheit des einzelnen mehr gefährdet und das Feinstaubphänomen forciert. Die Stadt Bozen ist ein Vorzeigemodell in Sachen Radbenutzung und Radwege; es wäre zu begrüßen, wenn das so bliebe.

Was mich sehr stört und verunsichert, ist die immer wiederkehrende „Umsorgung“ des Staates für einen mündigen Bürger. Ich frage mich außerdem, ob der Staat nicht andere, größere Probleme zu diskutieren hätte. Ich möchte als Erwachsener die Freiheit haben, entscheiden zu können, ob ein Helm für mich notwendig ist, oder nicht. Wenn ich auf meinem Mountainbike in den Bergen unterwegs bin, dann ist es für mich nur logisch, dass ich einen Helm trage, welcher mich nicht selten vor Verletzungen geschützt hat. Ich will damit nicht behaupten, dass ein Helm beim Radfahren in der Stadt sinnlos wäre, aber das Risiko sich sehr ernsthaft zu verletzen ist um einiges geringer als beim Rennradfahren oder Mountainbiken. Ich kann mit guten Gewissen behaupten, dass 99 % der Mountainbiker und Rennradfahrer bei ihren Ausflügen einen Helm tragen, weil sie eben wissen, dass sie mit einer hohen Geschwindigkeit unterwegs sind, welche sie im Stadtverkehr niemals erreichen würden, könnten und wollten.

Ich befürchte, dass dieses Gesetz nicht wirklich den Radfahrer schützt, als viel mehr mit Strafen die Kassen der einzelnen Gemeinden füllt. Ich befürchte außerdem, dass die Helmpflicht für Radfahrer, so wie auch jene für Motorradfahrer, italienweit nur in einigen Regionen wirklich überwacht und geahndet wird. Am meisten befürchte ich aber, dass dieses Gesetz ohne kritisches Wenn und Aber im Senat durchgeboxt wird.

1 comment to Kopflos oder helmlos

  • .. saggie parole …. gia li vedo i nostri cari vigili … nascosti e…. pronti a rendere criminali tutti quelli che arriveranno (qualche migliaio ogni giorno secondo il ponte conta-ciclisti ..) senza il caschetto ….. dobbiamo mettercela via: ormai nn siamo piu uomini liberi ….. ma entriamo in gioco solo come paga-tasse —- altro che sicurezza!!!!

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>