Die Zugverbindung Meran-Bozen. Die zwei größten Städte, Orte, Ballungszentren Südtirols sind mit einer einspurigen Bahnlinie verbunden, die es in 45 Minuten (Verspätungen, Ausfälle, Streiks nicht eingerechnet) schafft, den Endbahnhof zu erreichen.
Die Mebo ist täglich von morgens bis abends stark frequentiert. Kein Wunder: jemand, der zuverlässig und in einer für diese Strecke (rund 30 km) angemessenen Zeit an Ort und Stelle sein muss, nimmt nicht Zug sondern Auto. Wie kann es in der heutigen Zeit, im ach so guten Südtiroler Netz für öffentliche Verkehrsmittel möglich sein, dass man trotz Stau (aktuell Mebo-Tunnel!) immer noch mit dem Auto schneller ist als mit den Öffentlichen?
Man könnte sagen, daß die Zugverbindung Meran-Bozen fast auschließlich von Pendlern, Schülern und sonstigen Reisenden benutzt wird, die von Ortszentrum zu Ortszentrum (Meran nach Bozen) reisen und/oder keine zwingenden Termine haben. Der Nichtbesitz des Führerscheins oder eines privaten Verkehrsmittels ist ebenfalls ein Grund die Bahn auf dieser Strecke in Anspruch zu nehmen.
Es ist schon etwas sonderlich, dass in unserem kleinen Land in den Bergen ständig irgendwelche verkehrstechnische Megaprojekte in Planung sind, die sicherlich teilweise auch eine zukünftige Daseinsberechtigung haben werden. Auf der anderen Seite aber die wichtigsten, naheliegendsten und am einfachsten zu realisierenden Verkehrsverbindungen außer Acht gelassen werden bzw. in ihrer vollkommen rückständigen und in keiner Weise mehr zeitgemäßen Form und Funktion belassen werden. Das komplette Fehlen einer nächtlichen Verbindung zwischen den beiden Städten will ich bei dieser Gelegenheit nur marginal erwähnen.
Jahrelang war ich fast ausschließlich mit Bahn, Bus und Fahrrad unterwegs und es hat vorzüglich funktioniert. Es war günstig, schnell und umweltfreundlich…nur war das nicht im reichen Südtirol sondern in einer höchstverschuldeten Stadt im Ausland.
Ist Nachhaltigkeit und Bürgernähe ein Armutsphänomen?
nachhaltigkeit und bürgernähe fotos
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(6 Stimmen)
Dasselbe gilt nicht nur für die Verindung MeBo, sondern auch BoEpKa! Der Gewinn an Lebensqualität ist leider immer noch zu stark vom Status des Automobils abhängig. Die Vorzüge, mit einem Rad zum Bahnhof zu fahren, einen Take-Away Kaffe mit Brioche und Morgenlektüre auf der Zugfahrt zu geniessen hat in Südtirol noch wenig Bedeutung. Weniger, als der Stern auf der Haube mit Blickrichtung Heckleuchten des Vordermanns…
Es ist schon zynisch. Auf der einen Seite werden die Straßen verbessert und massenhaft Geld in die Infrastruktur gepumpt – auf der anderen Seite hapert es dann bei der Umsetzung und der Pünktlichkeit der Öffentlichen Verkehrsmittel.
Und nachdem man die Öffis ja “stärken” möchte, streicht man praktisch die Pendlerzuschüsse für Leute die mit dem Auto fahren müssen – weil man theoretisch ja mit dem Bus und Zug fahren kann.
Auf dem papier sieht das Ganze ja super aus, aber in Wirklichkeit halt nicht.
PS: Dieser Artikel ist beim nächsten Linkpost dabei
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