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Pillen, Porno, Poker und Touristik

Der olympische Gedanke – dabei sein ist alles – ist im Suchmaschinenmarketing Nebensache. Das Internet ist ein harter Marktplatz, kein olympisches Gelände. Im Internet herrscht Informationsasymmetrie – adverse Selection. Google ist der große Bruder, weiss mehr als alle anderen. Goliath bleibt Goliath, David der Verlierer. Nur die ersten Plätze zählen.

Die Touristikbranche wird von Google als eine ‘kriminelle’ Branche gehandhabt; so wie Poker, Porno, Pillen und bspw. Versicherungen. Willkommen in der Netzkultur jener Branche, die uns Gastfreundschaft verkaufen will. Da Google der Touristikbranche wenig vertrauen schenkt, haben Backlinks für die Platzierung auf Suchmaschinen weniger Bedeutung als eigener redaktioneller Content. Das Betreiben einer Redaktion die eigenständige Inhalte produziert, die dem User einen wirklichen Nutzen bieten, ist aufwendiger als das Einkaufen von Backlinks.

Für die SEO Positionierung einer Destination ergeben sich drei Hauptaufgabengebiete für den Touristiker, um langfristig die Destination oder seinen Betrieb im Web erfolgreich zu positionieren: a) die Produktion von Content, b) den Service-Level durch Internettechnologien verbessern, um eine gute User-Metrics für Google zu produzieren und c) ein realistisches SEO Szenario zu erarbeiten, um SEO Ziele und Potenziale wirklich abschätzen zu können; vor allem vor dem Hintergrund der eigenen Ressourcen und der Wettbewerbsposition.

Mittelfristig wird die Wichtigkeit klassischer Suchmaschinenplatzierungen an Bedeutung verlieren. Die Logik dahinter ist relativ einfach. Es gibt im Netz zukünftig zu viele gute Angebote, so dass diese nicht auf den ersten 10 Suchmaschinenplätzen ausreichend Platz finden werden. Mit dem erwarteten Panda-Update des Google Algorithmus in den Sprachen Deutsch und Italienisch wird sich laut Google die Qualität der Suche deutlich verbessern, das Erste-Seite Problem wird sich dennoch nicht lösen lassen.

Konsequenterweise wird die Bedeutung der Suchmaschine abnehmen. Die Grenzen zwischen Online und Offline werden schwinden. Auf globaler und teilweise nationaler Ebene ist dies in den letzen Jahren bereits geschehen. Das Netz, egal ob Medien oder Einzelhandel, wird in der Regel von den selben Akteuren beherrscht. Wer online stark ist wird offline eine Realität werden oder umgekehrt. Die Mechanik ist die selbe.

Die Marke zählt. Auch Google weiss den Wert der Marke zu schätzen. Die so genannte ‘branded search’, bei der der User direkt den Markennamen in den Browser eintippt, wird für Google zu einem wichtigen Faktor für das Page Ranking. In unserem zweisprachigen Land nicht ganz ohne Problematik – oder wie war das eben: Südtirol oder Alto Adige..