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Tourismus 2.0 = Urlaub in Südtirol?

Da will sich einer partout nicht beruhigen! Er raucht und spuckt unaufhörlich: Eyjafjalla. Von welchem feurigen Isländer die Rede ist, bedarf an dieser Stelle wohl kaum näherer Erläuterung; schließlich beherrschte er in den vergangenen Wochen weltweit die Schlagzeilen.

Aufgrund des Zusammenbruchs des europäischen Flugverkehrs stehen sich nun zwei schwindelerregend hohe Zahlen gegenüber: einerseits hat Europas Reisebranche aufgrund der Aschewolke angeblich Verluste im Wert von rund 1 Milliarde Euro erlitten. Andererseits wurden pro Tag nicht funktionierender Flugverbindungen 1 Million Tonnen an CO2-Ausstößen eingespart.

War das Ganze nun gut oder schlecht? Ganz egal, von welchem Standpunkt aus man die Situation betrachtet, Fakt ist: solche Zahlen führten dazu, dass Begriffe wie „green tourism“, „Öko-Tourismus“ oder das gute alte Agenda-21-Wort „Nachhaltigkeit“ wieder in aller Munde sind. Schließlich erinnern Naturkatastrophen uns immer wieder daran, dass wir auf dieser Welt nur Gäste sind und uns dementsprechend verhalten sollten. Tourismus? Ja, natürlich! Aber lieber mit reinem Gewissen.

Eine ökologische Revolution machte sich im touristischen Sektor schon länger bemerkbar. Spätestens seit 2002, dem von der UNO ausgerufenen „Jahr für Ökotourismus“, war klar, wohin in Zukunft gezielt werden soll. Und mittlerweile gibt es Emissionsrechner für Flugbuchungen, Ökosiegel en masse und Klimahotels. Urlaub im eigenen Land oder in angrenzenden Nachbarstaaten ist wieder ein Thema. Ganz zur Freude Südtirols.

Die Destination im Herzen der Alpen verdeutlicht, dass Genuss und Komfort nicht länger moralischen Grundsätzen wie Ökologie, Gesundheit und Nachhaltigkeit widersprechen müssen. Als bestes Beispiel sei hier der „Urlaub auf dem Bauernhof“ genannt. Der Grundgedanke des „grünen Tourismus“ wurde also erkannt und aufgegriffen. Doch um ein vollkommen ökologisch vertretbares Reisen zu ermöglichen, ist es notwendig, die Erreichbarkeit Südtirols mit öffentlichen, „sauberen“ Verkehrsmitteln noch deutlich zu verbessern. Wenn tausende von Touristen jährlich gezwungenermaßen mit dem Pkw anreisen, nützt der anschließende Aufenthalt im Klimahotel herzlich wenig.

Zumindest scheinen die Tage eines rücksichtslosen, selbstzerstörerischen Massentourismus endgültig gezählt. Ein wesentlich sanfteres und auch ethisch vertretbares Reisen rückt in den Vordergrund. Dahinter verbergen sich unter anderem das Bestreben der Gesellschaft nach Gesundheit und der Wunsch nach einem unverfälschten Erleben der Region. Tourismus 2.0 – der Gast auf der Suche nach Naturerfahrung und Authentizität.

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