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Die neue Rolle der Tourismusvereine

Die Expansion des Internets in alle Lebensbereiche und das Entstehen einer Online-Welt verändern die Funktionsweise des Marketings radikal. Konsumenten werden zu Markenbotschaftern, Kunden betreiben Co-Makership, aus Stammkunden werden Facebook-Freundschaften.

Die Tourismusindustrie war im Internet an vorderster Front, eine Frühgeburt. Dem potentiellen Gast haufenweise Kataloge auf dem Postweg zu versenden war mühselig und teuer. Eine Website ist eine günstige und wirkungsvolle Alternative. Und aus dieser Alternative wurde kurzum Routine. Heute informiert sich der Gast online. Die Information ist überall, Raum und Zeit spielen keine Rolle.

In Netzwerken denken
Vernetzung ist das zentrale Funktionsschema der online Welt. Nicht der Besitzt von Informationen zählt, sondern dessen Verteilung. Erfolgreiches Tourismusmarketing misst sich am Grad der Verteilung. Die eigene Website ist nur ein Kanal, den es zu bespielen gilt. Facebook, Flickr, Google, Panoramio, Foursquare – die Social Web Kanäle gehören zum Standardprogramm für die Planung der Kommunikationsstrategie. Doch diesen Kanälen alleine zu vertrauen, um die eigene Destination erfolgreich zu vermarkten, ist nicht ausreichend. Die gesamte Tourismusindustrie giert nach Aufmerksamkeit in diesen Kanälen. In erster Linie gilt es die eigenen Gäste und die einzelnen Mitglieder des Tourismusvereins stärker als Botschafter zu gewinnen. Nicht nur für die Mund-zu-Mund Kommunikation, sondern um Botschaften im Netz zu senden – Spuren zu hinterlassen. Damit die einzelnen Botschaften im Datenmeer der online Welt Wirkung erzielen können, muss die Botschaft konsistent und konsequent sein. Nicht die Vielzahl an Botschaften sorgen für eine starke Vernetzung, sondern eine Vielzahl an Kanälen kommunizieren eine Botschaft. Vernetzt kommunizieren bedeutet in erster Linie Schwerpunkte in der Kommunikation zu setzen.

Uniqueness total
Einzigartig sein möchten alle – Menschen, Destinationen, Unternehmen. Die gesamte Marketingdisziplin begründet sich auf das Credo der Einzigartigkeit – Uniqueness. Doch wir leben in gesättigten Märkten, Angebot im Überfluss. Wohin sollen wir noch reisen? Für ein erfolgreiches Destinationsmarketing reicht die Produktion der Hochglanzbroschüre und dessen Zweitverwertung im Netz nicht mehr aus. 24h Dauersendezeit in der online Welt bedeutet viel Kommunikationsarbeit. Wer Gäste in seinen Ort bringen will, muss über seinen Ort kommunizieren. Die Destination ist das Dorf – das globale Village. Tourismusvereine müssen ihre Rolle als Informationsproduzenten verstärkt wahrnehmen. Sie leben vor Ort, keiner ist näher dran. Online-Kommunikation lebt von der Unmittelbarkeit. Die Pflege und der Ausbau der eigenen Website sind nur eine der nicht endenden Baustellen. Die Produktion von Bild und Text muss im Vordergrund stehen. Der Tourismusverein als Urheber. Auch Google wird sich in Zukunft mit dem Thema Uniqueness noch intensiver befassen. Und weil Google dies macht, ist es möglicherweise ein zwingendes Argument.

Die Erkenntnis für sentres.com: Bei den nächsten Stellenangeboten suchen wir nach ‘Vernetzern’ und ‘Uniqueness Produzenten’.

1 comment to Die neue Rolle der Tourismusvereine

  • … es gibt noch viel zu tun, ganz besonders wenn man sich auf ein Projekt konzentriert, viel Zeit und Aufwand aufbringt, weil ein neues Soziales Netzwerk startet und innerhalb einem Monat 20 Mio Nutzer hat. Dann steht man wieder am Anfang, Google+ bringt alles Dagewesene durcheinander. Was nun ? Das frage auch ich mich, mir gibt zwar das VonWem eine gewisse Verlässlichkeit, sich mehr mit dem neuen Netzwerk anzufreunden, und inzwischen bin ich der festen Überzeugung, dass das etwas ganz Großes wird, auf dem man in Zukunft bauen kann. Aber ist das in so kurzer Zeit schon überall bei denen, die davon am meisten Nutzen ziehen könnten (Touristikbranche), angekommen ? Hier fangen meine Zweifel an. Ich kann noch wenige Südtiroler ausmachen, die sich mit Google+ beschäftigen. Ich bin gespannt.

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